Es sah aus wie ein harmloses Brötchen. Tatsächlich handelte es sich jedoch um weißen Phosphor.
Unsere Rettungsschwimmer entdeckten das vermeintliche Brötchenstück am Montag auf dem Steg und wollten es zunächst zurück ins Wasser treten. Doch durch den Tritt entzündete sich der Phosphor schlagartig und verwandelte sich in einen Feuerball. Nachdem der Klumpen ins Wasser gekullert war, stellte es keine unmittelbare Gefahr mehr dar und trieb an der Oberfläche. Mit einem Kescher konnten wir es bergen und anschließend sicher in einem mit Wasser gefüllten Eimer aufbewahren, bis die Polizei eintraf.
Die Polizei verständigte sofort den Kampfmittelräumdienst. Dieser transportierte den Phosphorklumpen in einem speziellen Fass ab und sorgte für die fachgerechte Entsorgung.
Dieser Vorfall ist für uns Anlass, zur Vorsicht und Achtsamkeit aufzurufen. Solche Funde sind zwar selten, doch immer wieder werden an der Ostseeküste Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg angespült. Weißer Phosphor wird dabei häufig mit Bernstein verwechselt, gesammelt und in die Hosen- oder Jackentasche gesteckt. Trocknet der Phosphor aus, kann er sich selbst entzünden und schwere Verbrennungen verursachen. Zudem entstehen dabei giftige Dämpfe. Ein Brand durch weißen Phosphor kann nur schwer, am besten im Wasser oder mit Sand gelöscht werden.
Was tun, wenn Sie einen vermeintlichen Bernstein oder ein brötchenähnliches Fundstück entdecken? Der Kampfmittelräumdienst empfiehlt:
- Geeignete Sammelbehälter verwenden
Vermeintliche Bernsteine niemals direkt in die Hosen- oder Jackentasche stecken. Nutzen Sie stattdessen ein feuchtes Gefäß, beispielsweise ein leeres Marmeladenglas oder eine Dose mit etwas Wasser. - Verdächtige Fundstücke nicht berühren
Sieht ein Fundstück ungewöhnlich aus, verfärbt es sich beim Trocknen dunkel oder beginnt sogar zu rauchen, sollte es keinesfalls angefasst werden. - Abstand halten und den Fundort sichern
Halten Sie ausreichend Abstand, warnen Sie andere Personen und behalten Sie den Fundort im Blick. - Polizei oder Feuerwehr verständigen
Melden Sie den Fund umgehend über den Notruf.
Nach jedem Kontakt mit weißem Phosphor sollte vorsorglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Mögliche Vergiftungserscheinungen treten mitunter erst Tage nach dem Ereignis auf.
